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Bildmarke der Gemeinschaftspraxis Dr. Bohn und Dr. Ziemssen: ein Herz aus einem roten und einem grünen Pinselstrich Dr. Bohn & Dr. Ziemssen
Bildmarke der Gemeinschaftspraxis Dr. Bohn und Dr. Ziemssen: ein Herz aus einem roten und einem grünen Pinselstrich Gemeinschaftspraxis Dr. Regine Bohn und Dr. Peer Ziemssen
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(+49) 9722 94894 0
Balthasar-Neumann-Platz 3
97440 Werneck

Anatomisches Herzmodell auf einem Fachbuch mit EKG-Kurve

Für Patientinnen und Patienten

Patienteninfos

Notfall, Bereitschaftsdienst und Hinweise für bestimmte Situationen.

Medizinisch geprüft von Dr. med. Peer Ziemssen, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Stand:

Notfall

NOTFALL

Wie erkenne ich einen Notfall? Was kann ich bei einem Notfall tun? Wer sind meine Ansprechpartner?

Bei Verdacht auf Herzinfarkt

Herzinfarkt? Jede Minute zählt! Rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Warten Sie nicht ab und fahren Sie nicht selbst.

112 Notruf
  1. 01

    Herzinfarkt

    Herzinfarkt? Jede Minute zählt! Das sind die Alarmzeichen:

    Was?

    Schmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten.

    Wo?

    Überwiegend im Brustkorb, häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein, bisweilen auch nur im Rücken zwischen den Schulterblättern oder Oberbauch.

    Die Schmerzen können in den Arm, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlen.

    Wie?

    Drückende und brennende Schmerzen, Engegefühl in der Brust.

    Notruf!

    Bei Verdacht auf Herzinfarkt: Sofort 112 anrufen!

    Wie erkenne ich den Herzinfarkt?

    Infoblatt 1 der Deutschen Herzstiftung zu den Alarmzeichen des Herzinfarkts
    Infoblatt 2 der Deutschen Herzstiftung zu den Alarmzeichen des Herzinfarkts
    Infoblatt 3 der Deutschen Herzstiftung zu den Alarmzeichen des Herzinfarkts

    übernommen von www.herzstiftung.de

    • schwere, länger als 5 Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer ausstrahlen können oder im Oberbauch lokalisiert sind
    • starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot
    • zusätzlich: Übelkeit, Brechreiz, Angst
    • Schwächegefühl (auch ohne Schmerzen), evtl. Bewusstlosigkeit
    • blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß
    • nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb ist ein besonderes Alarmzeichen
    • ausgeprägte Atemnot

    Achtung

    • Bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Rückenschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz und Erbrechen häufiger als bei Männern alleinige Alarmzeichen.
    • Wenn Brustschmerzen bei minimaler Belastung oder in Ruhe auftreten (instabile Angina pectoris), muss genauso schnell wie beim Herzinfarkt gehandelt werden.

    Dann sofort den Rettungswagen rufen: 112!

  2. 02

    Rettungsleitstelle

    Wen kann ich bei Herzinfarkt Symptomen erreichen?

    112!

    Rufen Sie die Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 an. Sie werden mit der für Sie zuständigen Stelle verbunden.

  3. 03

    KV-Notdienst

    Wen kann ich bei unklaren Symptomen oder anderen Problemen außerhalb der Praxisöffnungszeiten erreichen?

    Ärztlicher Bereitschaftsdienst

    Unter der Nummer 116117 erreichen Sie den Ärztlichen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

    Ärztliche Bereitschaftspraxis im Krankenhaus St. Josef, Schweinfurt

    Die Bereitschaftspraxis ist für Patienten eingerichtet, die wegen Ihrer Beschwerden eigentlich ihren Hausarzt oder Facharzt aufsuchen wollen, dieser jedoch außerhalb der Sprechzeiten nicht zu erreichen ist.

    Adresse: Ludwigstraße 1, 97421 Schweinfurt

    Öffnungszeiten

    Mo, Di, Do18:00 - 21:00
    Mi, Fr16:00 - 21:00
    Sa - So9:00 - 21:00

    Apothekennotdienst

    0800 0022833

    Den Apothekennotdienst können Sie unter der Nummer 0800 0022833 erreichen.

    Giftnotruf

    089 19240

    Den Giftnotruf können Sie unter der Nummer 089 19240 erreichen.

Hinweise

Hinweise für bestimmte Situationen und Erkrankungen

  1. 01

    Bluthochdruck, richtig Blutdruck messen

    Wie misst man richtig Blutdruck? 9 wichtige Regeln:

    1) Ruhige Umgebung

    Für eine ruhige Umgebung beim Blutdruck messen sorgen.

    2) 5-Minuten-Regel

    5-Minuten entspannt sitzen, dann erst beginnen.

    3) Zwei Messungen

    1-2 Minuten Pause dazwischen. Der niedrigere Wert zählt.

    4) Morgenblutdruck

    Vor dem Frühstück und vor Tabletteneinnahme.

    5) Manschette auf Herzhöhe

    Ist der Arm bei Handgelenksmessungen zu niedrig, wird der Blutdruck falsch zu hoch gemessen.

    6) Standardmanschette?

    Bei einem Oberarmumfang über 33 cm breitere Manschette verwenden.

    7) Seitendifferenz?

    Rechts oder links messen? Es sollte immer auf der Seite Blutdruck gemessen werden, wo der Blutdruck höher ausfällt.

    8) Wie oft?

    Optimal 2-3 x täglich morgens – mittags – abends. Bei stabilen Werten dann z.B. ein Messtag pro Woche. Dazu Blutdruckmessung bei Beschwerden.

    9) Vergleich Oberarm - Handgelenk

    Wer regelmäßig mit dem Handgelenkgerät misst, sollte einen Vergleich mit einem Oberarmgerät (z.B. beim Arzt oder in der Apotheke) durchführen, um sicher zu stellen, dass kein Unterschied zur Oberarmmessung vorliegt.

    Quelle: herzstiftung.de

    Ab welchem Wert spricht man von Bluthochdruck?

    Folgende Tabelle listet Werte für Patienten unter 80 Jahren auf.

    Blutdruckwerte für Patientinnen und Patienten unter 80 Jahren
    Einstufung Oberer Wert (mmHg)„systolischer Wert“ Unterer Wert (mmHg)„diastolischer Wert“
    Optimal unter 120 unter 80
    Normal unter 130 unter 85
    Hochnormal 130 – 139 85 – 89
    Leichter Bluthochdruck 140 – 159 90 – 99
    Mittelschwerer Bluthochdruck 160 – 179 100 – 109
    Schwerer Bluthochdruck 180 oder mehr 110 oder mehr
    Isolierte systolische Hypertonie 140 oder mehr Unter 90
  2. 02

    Blutverdünner

    Die Behandlung von verschiedenen Erkrankungen beinhaltet eine Beeinflussung der natürlichen Blutgerinnung. Die verschiedenen Medikamente greifen an verschiedenen Punkten in das Gerinnungssystem ein und verlängern die normale Gerinnungszeit, zum Beispiel bei einer Verletzung.

    Manche Medikamente hemmen auch als „Nebenwirkung“ das Gerinnungssystem oder verstärken gerinnungshemmende Medikamente beziehungsweise heben deren Wirkung auf.

    Bei operativen Eingriffen sei es beim Zahnarzt, Augenarzt oder anderen chirurgischen und orthopädischen Operationen muss eine individuelle Abschätzung des Blutungsrisikos vorab erfolgen um abschließend über das bestmögliche Vorgehen entscheiden zu können.

    Die Blutungsintensität nimmt von Blutplättchenhemmenden Medikamenten bis zu den Heparinen stetig zu.

    Blutplättchenhemmende Medikamente

    Präparatbeispiel Indikation Bemerkung
    Acetylsalicylsäure, ASS, Godamed Koronare Herzkrankheit, Arterielle Verschlusskrankheit
    Clopidogrel Ersatzpräparat für ASS; Zusätzlich zu ASS nach Stent in den ersten Monaten 4 Wochen (unbeschichteter Stent, BMS); 3 Monate beschichteter Ballon (DEB); 6 Monate (beschichteter Stent, DES)
    Ticagrelor (Brilique®); Prasugrel (Efient®) Nach Herzinfarkt zusätzlich zu ASS 12 Monate oder länger

    Direkte beziehungsweise neue orale Antikoagulantien (DOAK oder NOAK)

    Präparatbeispiel Indikation Bemerkung
    Apixaban (Eliquis®); Edoxaban (Lixiana®); Rivaroxaban (Xarelto®); Dabigatran (Pradaxa®) Anfallsweise oder andauerndes Vorhofflimmern; Thrombose; Lungenembolie Dosierung zum Teil abhängig von Alter, Gewicht und Nierenfunktion

    Vitamin-K-Antagonisten

    Präparatbeispiel Indikation Bemerkung
    Phenprocoumon (Marcumar®), Coumarin Anfallsweise oder andauerndes Vorhofflimmern*; Thrombose*; Lungenembolie*; Mechanische Herzklappen** Therapeutische Bereiche unterschiedlich: * INR 2-3; ** Ziel-INR je nach Klappentyp, Gerinnungskontrollen notwendig, mit Vitamin K antagonisierbar

    Heparine

    Präparatbeispiel Indikation Bemerkung
    Heparin, Enoxaparin (Clexane®), Fraxiparin, u.a. Thromboseprophylaxe u.a. Präparat und Dosierung je nach Indikation und Nierenfunktion

    steigende Blutungsintensität in Pfeilrichtung

  3. 03

    Endokarditisprophylaxe

    Endokarditisprophylaxe - wer, wann und wie?

    Wer benötigt eine Endokarditisprophylaxe?

    Patienten

    • mit künstlichen Herzklappen (Kunststoff- und Bioprothesen)
    • die mit einer kathetergestützten Klappentherapie behandelt wurden (TAVI oder MitraClip)
    • nach Wiederherstellung von Klappen (Klappenrekonstruktion), wenn künstliches (prothetisches) Material verwendet wurde (zum Beispiel Klappenringe, künstliche Sehnenfäden)
    • die schon eine infektiöse Endokarditis durchgemacht haben
    • mit schweren angeborenen Herzfehlern mit Blaufärbung des Gesichts und der Finger (Zyanose)
    • mit angeborenen Herzfehlern, wenn sie operativ oder mit Kathetertechnik behandelt wurden und prothetisches Material verwendet wurde: bis zu 6 Monate nach dem Eingriff.
    • mit angeborenen Herzfehlern und weiter bestehenden Kurzschlussverbindungen zwischen rechtem und linkem Herzen (Shunt)

    Wann ist für diese Patientinnen und Patienten eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika notwendig?

    Bei diesen Eingriffen ist eine vorbeugende Antiobiothikatherapie notwendig:

    • im Bereich der Mundhöhle, bei denen Bakterien in den Blutstrom eingeschleppt werden können (zum Beispiel professionelle Zahnreinigung, Zahnziehen, Wurzelbehandlung, Implantate).
    • im Bereich infizierter Haut

    Bei diesen Eingriffen ist keine vorbeugende Antiobiothikatherapie notwending:

    • Atmungstrakt (zum Beispiel Bronchoskopie)
    • Magendarmtrakt (Endoskopie)
    • Urogenitaltrakt

    Wie kann eine vorbeugende Antiobiothikatherapie aussehen?

    Wenn keine Allergie gegen Penicillin/Ampicillin besteht:

    • Amoxicillin oder Ampicillin* 30-60 Minuten vor dem Eingriff 2 g zum einnehmen oder 2 g intravenös

    Wenn eine Allergie gegen Penicillin/Ampicillin besteht:

    • Clindamycin 600 mg zum Einnehmen oder 600 mg intravenös 30-60 Minuten vor dem Eingriff

    * alternativ Cefalexin 2 g intravenös, Cefazolin oder Ceftriaxon 1 g intravenös für Erwachsene. Diese Medikamente sollte aufgrund möglicher Kreuzallergie nicht bei Patienten mit einer Penicillin- oder Ampicillinallergie eingesetzt werden.

    Literaturnachweis: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz-und Kreislaufforschung e.V. (2016) ESC Pocket Guidelines. Infektiöse Endokarditis, Version 2015. Börm Bruckmeier Verlag GmbH, Grünwald. Kurzfassung der „ESC Guidelines for the management of infective endocarditis“ (European Heart Journal, doi/10.1093/eurheartj/ehv319)

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Wir beantworten Ihre Fragen gerne persönlich.

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